Seit wenigen Wochen bewegen sich die Zinsen bei den Geldanlagen wie auch bei den Hypotheken nach oben. Verschiedene Banken haben die Zinssätze für Kassenobligationen bereits erhöht. Auch die Hypothekarzinsen für Festzinsabschlüsse stiegen relativ rasch und heftig an. Die Hypotheken sind nun durchschnittlich um 0,25% bis 0,4% höher als vor zwei Monaten. Wie ist diese Entwicklung zu deuten? Bereits stehen Szenarien von deutlich höheren Zinsverhältnissen zur Diskussion und (fast) niemand erkennt, dass es sich beim Hypothekarmarkt auch um eine Art Börse handelt. Die Börse lebt von Übertreibungen, Erfolgsgeschichten und Hiobsbotschaften, von Halbwahrheiten oder nur zur Hälfte erzählten Wahrheiten. Trotzdem sind viele Eigenheimbesitzer und Immobilienkäufer über den heftigen Zinsanstieg innert wenigen Tagen sehr verunsichert und die Telefone bei uns laufen heiss. Dazu tragen auch die Medienberichterstattungen bei. Noch vor zwei Monaten forderten die Medien eine Senkung der variablen Hypothekarzinsen. Nun schreiben sie von deutlich höheren Zinsen und raten den Lesern, rasch eine Festzinshypothek abzuschliessen. Ruhig Blut bewahren Heitere Prognosen Der Markt mit den Zinsen ist nun bis Ende Jahr und den Winter hindurch sorgfältig zu überwachen. Bei temporären Zinsrückgängen, welche wir übrigens als wahrscheinlich betrachten, sind Terminabschlüsse zu prüfen. Die Modelle der Libor-Hypotheken gehören zudem nach wie vor ganz klar ins Portefeuille des marktorientierten Hypothekarkunden! Werner Egli ist Teilhaber und Geschäftsführer der HypothekenBörse AG an der Poststrasse 13 in Uster. erschienen November 2005 im Anzeiger von Uster/Zürcher Oberländer. |