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Der Kauf eines Eigenheims erfolgt in der Regel zwischen 35 und 45 Jahren. Doch auch viele ältere Menschen haben den Reiz und die Vorzüge von Wohneigentum entdeckt. Aufgrund ihrer Lebenssituation entscheiden sie sich meistens für eine Eigentumswohnung. Gefragt sind nun kreative Finanzierungslösungen für diese neue Generation von Eigenheimkäufern.
Der Trend nach Wohneigentum ist ungebrochen hoch. Dabei hat sich eine neue Käufer-Generation von über 60-Jährigen gebildet. Noch fehlt es aber dem Bauersteller wie den finanzierenden Banken an Ideen und Modellen, um diese Nachfrage mit interessanten Angeboten, Seniorenhypotheken oder dem Label „Wohnen im Alter“ abzudecken. So stufen beispielsweise die Banken Käufer ab Alter 60 als Risikogruppe ein. Währenddem einem Pensionierten für die Anlage seiner Gelder spielend ein Anlagehorizont von 10 bis 15 Jahren eingeräumt wird und Versicherungen sogar eine Rente ab Alter 85 entwickelt haben, wird dem älteren Neukäufer von Wohneigentum sprichwörtlich „nicht mehr viel Kredit zugebilligt!
Junge profitieren
Für junge Familien sind nicht nur die tiefen Hypothekarzinsen vorteilhaft. Die von einigen Finanzinstituten zusätzlich offerierten Starthilfen sowie die günstigen Rahmenbedingungen erleichtern ihnen die Neuaufnahme einer Hypothek. Jüngere Menschen beanspruchen vielfach eine anteilsmässig hohe Fremdfinanzierung. Altersbedingt sind ihre Ersparnisse sowie der Aufbau der Gelder aus der zweiten und der gebundenen dritten Säule noch nicht genug weit entwickelt. Das ist für den 35- bis 45-jährigen Eigentümer keine allzu hohe Hürde, kann er doch im Verlaufe seines Berufslebens jährliche Amortisationen leisten und so einen gezielten langfristigen Abbau der Hypothekarschulden erreichen.
Benachteilung von Älteren
Der 60-jährige Neukäufer hat diesen Zeitvorsprung nicht mehr. Da die zweite Hypothek in der Regel bis Alter 60 zurückbezahlt sein muss, geht die Finanzierung öfters nicht mehr über eine erste Hypothek hinaus. Der ältere Wohnungskäufer muss somit bereits beim Kauf Eigenmittel von rund 40 Prozent einbringen. Gelder, die er im Gesamtvermögen vielfach zur Verfügung hat, aber aufgrund der Wahl der Pensionskassenrente nicht mehr verflüssigen kann. So ist der Pensionär gefordert, andere Anlagegelder abzuziehen und diese für die Bereitstellung der Eigenmittel für die Immobilie einzusetzen. Zudem wird der ältere Kreditantragssteller bezüglich der Tragbarkeit mit besonders kritischen Augen geprüft. Und es gibt sogar Banken, die einem älteren Kunden den Kauf von Wohneigentum richtiggehend ausreden wollen.
Strategieänderung gefordert
Aufgrund der in den letzten 20 Jahren deutlich gestiegenen Lebenserwartung ist eine Strategieänderung beim Finanzieren von Wohneigentum für Senioren zu überdenken. Der Wechsel vom Einfamilienhaus in eine Wohnung oder der Neukauf einer Eigentumswohnung sind die häufigsten Anlageformen von älteren Personen. Diese Bedürfnisse sind mit entsprechenden Anreizen oder zumindest mit der Aufhebung einer veralteten „Sanktionspolitik“ bei der Finanzierung und Rückzahlung von Wohneigentum zu unterstützen. Es gibt Alterssparhefte, Seniorensparpläne und andere Geldanlageformen für Menschen der 3. Generation. Wann endlich kommen die „Seniorenhypothek“ und der Bonus für Neubauten mit altersgerechten Nutzungsformen? Hier könnte eine dynamische Bank mit der Lancierung einer neuen Produktreihe viel Goodwill schaffen.
Werner Egli ist Partner der HypothekenBörse AG an der Poststrasse 13 in Uster.
erschienen März 2006 im Anzeiger von Uster/Zürcher Oberländer. |