Variabel hat Potential

Variable Hypotheken haben in den letzten Jahren an Bedeutung verloren. Zwei Drittel der heute in der Schweiz vergebenen Hypotheken sind Festzinshypotheken. Aufgrund der gestiegenen Zinsen bei den Festzinshypotheken verfügen variable Hypotheken jedoch über Potential für eine Wiederbelebung.

Variable Hypotheken sind aus der Mode gekommen. Was sind nun aber die Eigenschaften und Vorzüge einer variablen Hypothek? Was bedeutet das Wort „variabel“ genau? Und wie variabel sind variable Hypotheken? Die variable Hypothek ist eine Immobilienfinanzierungsform, die sich mit Geldern aus dem Geld- und Kapitalmarkt finanziert. Für diese Hypothekenart werden insbesondere Spargelder, aber auch Geldanlagen aus Kassenobligationen eingesetzt. Märkte können sich verändern und die Zinsen der Geldanlagen steigen oder sinken entsprechend. Darum müssen die Banken die Möglichkeit haben, die Zinsen der variablen Hypotheken anzupassen. Das Wort „variabel“ erklärt diesen Mechanismus treffend: die Zinsen können sich bei einer variablen Hypothek schlicht und einfach ändern.

Der grosse Vorteil: Flexibilität
Variable Hypotheken werden aktuell ab 2.75 Prozent angeboten und sind flexibler als andere Finanzierungsformen. Das ist der grosse Vorteil. Eine Umwandlung in eine Festzinslösung, der Wechsel zu einer anderen Bank, eine Rückzahlung oder gar eine vollständige Tilgung des Darlehens ist dank kurzen Kündigungsfristen immer möglich. So verlangen die Banken in der Regel eine Kündigungsfrist von drei bis sechs Monaten für eine vollständige Rückführung oder Umfinanzierung einer variabel geführten Hypothek. Kleinere Rückzahlungen (bis 50'000 Franken pro Jahr) akzeptieren die Banken normalerweise ohne Kündigungsfrist auf die jeweiligen Zinstermine hin. Eine Absprache mit der Bank ist immer empfehlenswert.

Wer neu finanziert oder eine ablaufende Festzinshypothek zu erneuern hat, sollte die variable Hypothek in Betracht ziehen. Entweder als Hypothek auf Dauer oder als Warteposition für eine Festzinslösung. Auch Immobilienbesitzer, welche einen Verkauf ihrer Immobilie planen, sind mit einer variablen Hypothek gut beraten. Der Verkäufer weiss ja nicht, ob der Käufer eine bestehende Hypothek übernehmen will oder ob er anderswo oder anderswie finanzieren wird.

Positive Aussichten
Der Zinssatz der variablen Hypotheken wird sich in nächster Zeit kaum markant erhöhen. In der Schweiz sind die Mietzinsen nach wie vor an deren Zinssatz gebunden. Aufgrund der weltpolitischen Unsicherheiten wird ausserdem eher noch neues Geld in den sicheren Hafen der Schweiz fliessen.

Wichtig ist jedoch, die einzelnen Angebote der Banken zu vergleichen und zu verhandeln. Auch beim Abschluss einer variablen Hypothek ist gutes Sparpotenzial vorhanden.
Werner Egli ist Partner der HypothekenBörse AG an der Poststrasse 13 in Uster.

erschienen August 2006 im Anzeiger von Uster/Zürcher Oberländer.