EZB lässt Zinsen unverändert bis 2020

Die Europäische Zentralbank stemmt sich mit neuen grossen Geldspritzen für die Geschäftsbanken gegen einen Abschwung im Euroraum und verschiebt die Zinswende bis mindestens zum Jahresende.

Die Euro-Wächter stellten am 7. März 2019 eine Neuauflage von günstigen Langfristkrediten für die Geschäftsbanken in Aussicht. Von den Geldsalven dürften unter anderem Banken im rezessionsgeplagten Italien profitieren. Die neuen Geldspritzen sollen eine Laufzeit von zwei Jahren haben und ab September 2019 ausgegeben werden. Die EZB betonte zudem, ihre Leitzinsen noch bis mindestens zum Jahresende 2019 nicht antasten zu wollen.

Bislang hatten die Währungshüter nur bis mindestens zum Ende des Sommers signalisiert, die Zinsen nicht anzutasten. Der Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld liegt seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0%. Eine erste Serie grosser Geldspritzen hatte die Notenbank im Juni 2014 beschlossen, eine zweite im März 2016. Banken in Italien, Spanien und Frankreich griffen verstärkt zu: Auf italienische Geldhäuser entfielen zuletzt noch ausstehende Langfristkredite in Höhe von annähernd 240 Milliarden Euro.

Die EZB will zudem auch nach einer Zinswende noch für längere Zeit fällig werdende Anleihen aus ihrem Bestand ersetzen. Die Euro-Wächter bleiben damit ein grosser Akteur am Anleihenmarkt. Ihre auf mehr als 2,6 Billionen Euro angeschwollenen Wertpapierkäufe hatten sie im Dezember eingestellt. Die Käufe waren in den vergangenen Jahren ihr zentrales Instrument gegen eine aus ihrer Sicht zu geringe Inflation.

Quelle: cash.ch