SNB lässt Negativzins unverändert – Franken ist «hoch» bewertet

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) bekräftigt ihre seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses geltende Geldpolitik ein weiteres Mal und bleibt unverändert expansiv.

Sie belässt den Zins auf Sichteinlagen bei der Nationalbank bei -0,75% und das Zielband für den Dreimonats-Libor bei -1,25% bis -0,25%. Gleichzeitig sei die Nationalbank bei Bedarf weiterhin am Devisenmarkt aktiv, wobei die gesamte Währungssituation berücksichtigt werde, so die SNB in ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung vom 14. September 2017.

Abgeschwächt hat die SNB ihre Wortwahl mit Blick auf die Wechselkurse. Der Schweizer Franken sei „weiterhin hoch bewertet“, so die Notenbanker. Zuletzt war stets von einem „deutlich überbewerteten“ Franken die Rede gewesen. Insgesamt trage die Wechselkursentwicklung zu einem „gewissen Abbau der deutlichen Überbewertung des Frankens bei“, heisst es zur Begründung. Die Situation am Devisenmarkt sei aber nach wie vor fragil, wird zugleich betont.

Pessimistischer bezüglich Wachstum

Bezüglich Wachstum ist die SNB nun etwas pessimistischer und erwartet für 2017 neu ein Wachstum des realen Bruttoinlandprodukte (BIP) von „knapp 1,0%“ nach zuletzt prognostizierten „rund 1,5%“. Begründet wird dies mit den tiefen BIP-Werten der Vorquartale. Die Schweizer Wirtschaft befinde sich jedoch weiterhin auf einem moderaten Erholungskurs, so die SNB weiter.

Die Inflationsprognosen für die Schweiz wurden gegenüber Juni nur leicht angepasst. Für 2017 wird die Inflation bei +0,4% (bisher: +0,3%) gesehen, für 2018 bei +0,4% (bisher: +0,3%) und für 2019 bei +1,1% (bisher: +1,0%).

Quelle: cash.ch